Beim heutigen Spiel der Düsseldorfer EG gegen die Hannover Scorpions (Spielbeginn: 19:30 Uhr) steht erstmals der 20-jährige Manuel Strodel im Aufgebot. Er nimmt den Platz von Diego Hofland ein, der in der Oberliga für Duisburg auflaufen wird. Die Spekulationen um den Verbleib der Leistungsträger bei der DEG mehren sich in der Zwischenzeit. Insbesondere Hamburg und Nürnberg werden dabei immer wieder genannt.
Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions, brachte sich schon vor dem Auftritt der Niedersachsen positiv ins Gespräch. Unter der Woche war Stichnoth einer der ersten 800 Vorbesteller des Toten-Hosen/DEG-Trikots. „Das ist eine tolle Aktion und wir Klubs müssen zusammenhalten“, erklärte er gegenüber DerWesten.de. Die DEG-Geschäftsführung wird eine solche Aussage sicherlich freuen. Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp und Manager Lance Nethery ackern aktuell an einer realistischen Einschätzung, wie viel Geld der DEG in der kommenden Saison zur Verfügung steht. Nethery äußerte sich in dieser Woche: „Noch haben wir das sportliche und wirtschaftliche Konzept nicht ganz beisammen. Selbst ein geringer Etat ist nicht gedeckt.“ Verschiedene Medien berichteten, dass die DEG wohl aktuell rund drei Millionen Euro zusammengebracht hat.
Trainer Jeff Tomlinson hofft auch auf ein sportliches Zeichen an potenzielle Geldgeber. Gegen den Tabellenletzten aus Niedersachsen soll unbedingt wieder ein Sieg eingefahren werden und Selbstvertrauen getankt werden: „Die Spieler müssen Spaß haben und einfach spielen. Wir haben hart gearbeitet, aber auch viel gelacht. Die Jungs müssen lockerer werden.“ Förderlizenzspieler Manuel Strodel tauscht in der heutigen Partie seinen Platz mit Diego Hofland, der Strodels Platz bei den Duisburger Füchsen in der Oberliga einnehmen wird.
Die von Tomlinson betonte Lockerheit wird auch durch das zunehmende Buhlen anderer DEL-Vereine um die Spieler der DEG gestört. Insbesondere die Nürnberg Ice Tigers und die Hamburg Freezers sollen sich um Engagements der aktuellen DEG-Spieler bemühen. Ice Tigers Geschäftsführer Lorenz Funk gab in einem Nürnberger Forum bekannt, dass „es neue Spieler gibt, die für die kommende Saison unterschrieben haben, aber diese Abschlüsse auf Wunsch der Spieler noch nicht bekanntgegeben werden“. Gerüchten zu Folge sollen die Franken an Patrick Reimer, Evan Kaufmann, Connor James und Marco Nowak herangetreten sein und sogar Trainer Jeff Tomlinson ein Angebot unterbreitet haben. Manager Nethery bestätigte der NRZ, dass „neben Danner weitere Abgänge zu verzeichnen sind“, ohne dabei konkreter zu werden.
Auch in Hamburg kursieren Gerüchte um eine Verpflichtung von Patrick Reimer und Evan Kaufmann, wobei Kaufmann angeblich schon unterschrieben hat. Freezers-Geschäftsführer Michael Pfad bestätigte zwar, dass sich frühzeitig um beide Spieler bemüht habe, aber mit den Angeboten der Konkurrenz, dem Vernehmen nach aus Nürnberg, nicht mithalten könnte. Dass Nürnbergs-Gönner Thomas Sabo die Tasche nach der aktuell schwachen Saison noch einmal öffnen möchte, ist in Eishockey-Kreisen ein offenes Geheimnis. Marco Nowak kommentierte die Gerüchte: „Nürnberg will für die nächste Saison aufrüsten und ist sicher interessant. Aber ich würde gern bleiben und warte auch ab, wie sich Coach Tomlinson entscheidet.“
Patrick Reimer betonte, dass die DEG sein erster Ansprechpartner sei, aber in den nächsten Wochen Klarheit her müsse: „Ein längerfristiger Vertrag bietet natürlich mehr Sicherheit. Das werde ich natürlich beachten. Spätestens innerhalb der nächsten zwei Wochen werde ich eine Entscheidung fällen.“ Auch eine frühzeitige Unterschrift von Evan Kaufmann bei einem anderen Verein ist nicht unwahrscheinlich, da er in diesem Jahr zum ersten Mal Vater wird und daher sicherlich auch frühzeitig Sicherheit für die kommende Saison benötigt. Dennoch erklärte der Amerikaner: „Ich bin in Gesprächen, habe aber noch nirgends unterschrieben und will die finale Entwicklung in Düsseldorf abwarten.“
Die DEG-Geschäftsführung möchte in der kommenden Saison das Konzept auf den Weg bringen und die ersten Gespräche mit Spielern und Trainern führen. Dabei werden die Verantwortlichen wohl wieder lediglich Ein-Jahres-Verträge in der Tasche haben können, was die Verhandlungspositionen stark einschränken wird.
