Sportlicher und wirtschaftlicher Neuaufbau bei der DEG

Die Düsseldorfer EG gab heute die Vertragsverlängerung von Publikumsliebling Bobby Goepfert bekannt. Teammanager Walter Köberle übernimmt den Posten des Sportlichen Leiters von Lance Nethery. Den Trainern Jeff Tomlinson und Tray Tuomie liegen abgesicherte Vertragsangebote vor, um den Neuaufbau in den kommenden zwei bis drei Jahren mitzugestalten. Wirtschaftliche Unterstützung erhält die DEG durch das Beratungsunternehmen „RölfsPartner“.

Foto: Kevin Uertz

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Bobby Goepfert strahlte gemeinsam mit dem neuen sportlichen Leiter Walter Köberle und DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp in die Kameras. Zuvor hatte der Amerikaner seinen Vertrag in Düsseldorf um ein Jahr verlängert. Köberle lobte seine Spielweise und Leidenschaft und zeigte sich erfreut, dass Goepfert auch in der kommenden Saison zwischen den Pfosten stehen wird. Neben Daniel Kreutzer, der noch einen laufenden Vertrag für die nächste Saison hat, stehen allerdings bisher erst zwei Spieler fest, die für die DEG auf das Eis gehen werden. Nach den bestätigten Abgängen Marco Nowak und Patrick Reimer nach Nürnberg, sowie Aussagen rund um die Brehmstrasse, dass noch einige weitere Spieler nicht zu halten gewesen seien, setzt die Vertragsverlängerung von Bobby Goepfert das erste Zeichen für weitere Unterschriften.

Auch Trainer Jeff Tomlinson und Tray Tuomie haben Vertragsangebote der DEG erhalten.  Beide sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren den Wiederaufbau der DEG begleiten und sie wieder an die DEL-Spitze führen. Beide Gehälter sind für die kommende Saison abgesichert. Tomlinson und Tuomie wollen allerdings zunächst den Verlauf der Restsaison und die Play-offs abwarten, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen. Ein Verbleib der beiden Übungsleiter wäre sicherlich ebenfalls ein wichtiger Schritt, um mit einem geringen Etat und jungen, hungrigen Spielern die kommende Saison zu starten.

Dass der Etat gering ausfallen wird, steht schon seit einigen Wochen so gut wie fest, denn wirtschaftlich hat sich bei der DEG nicht viel verändert. Die DEG schreibt in ihrer Presseerklärung: „Der aktuelle Status der DEG zeigt eigentlich, dass ihre wirtschaftliche Basis so schwach geworden ist, dass Profi-Eishockey in Düsseldorf sein Ende finden müsste.“  Die in Aussicht gesprochenen Zahlungen von Gesellschafter Peter Hoberg und der Stadt Düsseldorf ermöglichen aber einen Neuanfang, auch wenn für den Etat 2012/2013 eine Lücke bleibt und in der kommenden Saison die Herausforderung bestehen wird, die Folgesaison zu stemmen. Auf Grund des niedrigeren Etats war es nicht möglich, Spieler wie den nach Nürnberg wechselnden Patrick Reimer an der Brehmstrasse zu halten, ohne dabei mit unseriösen Vertragsangeboten die den Verein in naher Zukunft wieder in die Schulden rutschen zu lassen. Schuldenfrei ist die DEG nämlich weiterhin und das soll auch so bleiben.

Die Fans unterstützen die DEG dabei, indem bis zum heutigen Tag bereits 220 Dauerkarten im Wert von 75.000 EUR bestellt wurden. Ebenso gut läuft der Verkauf der „Alles aus Liebe“-Toten-Hosen-Trikots. 1.550 Trikots wurden bis jetzt vorbestellt, was einen Erlös von etwa 75.000 EUR bedeutet. Der DEG-Club erfreut sich ebenfalls Beliebtheit.  Die ersten Bekenner-Pakete in Höhe von 10.000 EUR wurden abgesetzt, weitere neue Club-Mitglieder sollen in den nächsten Tagen und Wochen vorgestellt werden. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft RölfsPartner wird die DEG unterstützen. Arndt Rautenberg erklärte stellvertretend für das auf Restrukturierung und Sanierung spezialisierte Unternehmen: „Mit unserer Erfahrung werden wir der DEG helfen, neue Strukturen zu entwickeln und einen stabilen Business-Plan auf Basis eines belastbaren Controllings zu erarbeiten. Dieser ist unabdingbar für die weitere Konzeption.“ Schmellenkamp bedankte sich für die professionelle Unterstützung und betonte: „Sie ist ein entscheidender Pluspunkt für Gespräche mit künftigen Partnern und Sponsoren –  sowie für die Lizenzierung durch die DEL im Mai.“

Für das Lizenzierungsverfahren müssen bis Mitte Februar 100.000 EUR bei der Deutschen Eishockey Liga hinterlegt werden. „Wir schaffen so die formelle Voraussetzung zur Teilnahme an der kommenden DEL-Saison“, so der DEG-Geschäftsführer.