Reimers obszöne Geste am Karnevalssonntag

Die 5.112 Zuschauer im Düsseldorfer ISS Dome sahen am Karnevalssonntag eine unnötige 2:3-Niederlage der DEG gegen die Augsburger Panther. Nach einem erneut schwachen ersten Drittel gelang es der DEG nicht mehr die Partie zu drehen und muss eventuell mehrere Spiele auf Top-Stürmer Patrick Reimer verzichten, der nach seinem 2:3-Anschlusstreffer eine obszöne Geste in Richtung Augsburger Bank richtete und dafür mit einer Matchstrafe vom Eis geschickt wurde.

Foto: Kevin Uertz

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Eine solche Strafe haben sicherlich wenige Eishockey-Fans bisher miterlebt. Nach seinem 2:3-Anschlusstreffer der DEG gegen die Augsburger Panther fuhr Stürmer Patrick Reimer an der Panther-Bank vorbei und zeigte dabei eine obszöne Geste, die auch den Schiedsrichtern Daniel Piechaczek und Danny Kurmann nicht entging. Laut IIHF-Regelbuch kann nach einer solchen Geste eine Matchstrafe ausgesprochen werden. Wie lange der wichtige Angreifer der DEG fehlen wird, entscheidet die Deutsche Eishockey Liga in dieser Woche. Der Bestrafte gestand gegenüber „DerWesten“ seinen Fehler ein: „Das hätte mir nicht passieren dürfen und ich entschuldige mich ehrlich beim Team. Durch diese Dummheit konnten wir das Spiel in Unterzahl nicht mehr drehen.“

Die Düsseldorfer EG hatte zuvor einmal mehr das erste Drittel komplett verschlafen. In der Offensive wollte in den ersten zwanzig Minuten nicht viel gelingen. Auf der Gegenseite nutzten die Gäste ihre Torchancen eiskalt. Cam Paddock ließ in der 11. Minute die DEG-Verteidiger wie Slalomstangen stehen und überwand schließlich auch Bobby Goepfert im Düsseldorfer Tor, der sich mit aller Macht gegen das Gegentor stemmte. Nur zwei Minuten später erhöhte Justin Fletcher aus dem Getümmel auf 0:2.

Nach der ersten Drittelpause kam die DEG besser ins Spiel. Der oftmals für seine schwachen Defensivleistungen gescholtene Andy Roach zeigte, was seine Stärke auch in dieser für ihn durchwachsenen Saison ist, nämlich das Punkten. In der 26. Minute wurde er von Jeff Ulmer schön freigespielt und zimmerte die Hartgummischeibe auf das Augsburger Tor. Panther-Verteidiger Steffen Tölzer fälschte den Schuss mit seiner Hüfte unhaltbar ins Panther Gehäuse ab. Weitere Chancen blieben im Mittelabschnitt allerdings ungenutzt.

Die Karnevalfeiernden DEG-Fans hofften auf einen ähnlich guten Start in den Schlussabschnitt, wurden aber schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Erneut war es Cam Paddock, der einen Konter der Augsburger in der 43. Minute zum 1:3 abschließen konnte. Dennoch gab sich die DEG nicht auf. Knapp 10 Minuten vor Schluss befand sich das Team von Jeff Tomlinson in doppelter Überzahl wieder. Der Coach rief sein Team in einer Auszeit zusammen und es sollte sich bezahlt machen. Patrick Reimer nutzte kurz vor Ablauf der Strafen freistehend die Möglichkeit zum 2:3. Doch durch die anschließende Entgleisung Reimers folgte nun eine fünfminütige Unterzahl. Zeit, die am Ende fehlte, um noch den Ausgleich zu erzielen.

Auch wenn immer von der möglichen direkten Play-Off-Qualifikation mit Erreichen von Platz 6 gesprochen wird, sollte die DEG dabei den Blick nach Unten nicht verlieren. Die Krefeld Pinguine auf Platz 11 haben lediglich sechs Punkte Rückstand. Sogar ein Abrutschen aus den Pre-Play-Off-Rängen ist also durchaus noch möglich. Am Freitag treten die Düsseldorfer gegen den Tabellenzweiten aus Ingolstadt an (Spielbeginn: 19:30 Uhr im ISS Dome), bevor es am Sonntag zum Tabellenletzten in Hannover geht. Die Scorpions haben seit mittlerweile 14 Spielen zuhause nicht mehr gewonnen.

Foto: Kevin Uertz [ K-U ] Photography