Vor 15.489 Zuschauern ging die Düsseldorfer EG am Freitagabend beim 3:2-Erfolg nach Verlängerung der Kölner Haie als gefühlter Sieger vom Eis. Die Guerillaaktion rund um die Stehplatzkarten für DEG Fans erwies sich als voller Erfolg. Beide Fanlager trotzten den geäußerten Befürchtungen auf Kölner Seite und feierten ein friedliches Fest beim 196. Rheinischen Derby.

Bejubelt und beklatschst fuhren die Düsseldorfer nach dem Siegtreffer der Kölner Haie vom Eis. Ein Lächeln war auf dem einen oder anderen Gesicht zu sehen, denn der Punktgewinn beim Tabellenführer war ein gefühlter Sieg. Das Team von Trainer Christian Brittig erkämpfte sich in der Kölnarena einen Punkt und ließ die siegreichen Haie-Spieler, trotz Siegtreffer in der Verlängerung als Nebendarsteller erscheinen.
Die DEG-Fans im fünfhundert-Mann-starken Fanblock feierten ihr Team. Die ungläubigen Blicke von den anliegenden, langgezogenen Tribünen sprachen für sich. Die Geschäftsstelle der Düsseldorfer EG hatte im August mit einer Guerillaaktion 500 Karten für den Kölner Stehplatzbereich auf der Südtribüne organisiert und an die eigenen Anhänger weitergegeben. Dies nutzen die Düsseldorfer Fans zu ihren Gunsten und gaben den Haie-Unterstützern im eigenen Stadion mächtig Contra. Gegen die Erwartungen von Kölner Express und Haie-Sportdirektor Thomas Eichin, die sich über die Aktion aufregten und auf Sicherheitsbedenken hinwiesen, blieb es friedlich auf der Südtribüne. Damit statuierten beide Fanlager ein Exempel für den Zugang von Gästefans in den Unterrang. Vielleicht findet die Aktion Nachahmer in anderen Städten, wo die Gastfreundschaft damit demonstriert wird, dass der mitreisende Anhänger sich das Spiel aus dem Oberrang angucken darf.
Alex Henry bringt die DEG in Front
Nach einer vom offenen Schlagabtausch geprägten Anfangsphase, ging die DEG in der 14. Minute durch Alex Henry mit 0:1 in Führung. Diego Hofland brachte die Scheibe zuvor ins Angriffsdrittel, Henry Martens erarbeitete sich den Puck anschließend hinter dem Kölner Tor und bediente den Verteidiger. Ein wenig überraschend, hatten doch die Haie zuvor einige Chancen auf ihrer Seite, die DEG-Torhüter Bobby Goepfert in phänomenaler Verfassung vereiteln konnte. Doch die Freude hielt nicht lange an. 19 Sekunden nach dem Führungstreffer konnte Ales Kranjic den Ausgleich erzielen, bevor Chris Minard vier Minuten später erstmals die Gastgeber in Front schießen konnte.
Der Mittelabschnitt blieb torlos. Fragwürdig lediglich, ob der Treffer von Marc Zanetti nicht hätte zählen müssen. Nach dem Schuss des DEG-Verteidigers blieb die Scheibe kurz in der Ausrüstung von Haie-Torhüter Danny aus den Birken hängen, bevor sie heraustrudelte und im Kölner Tor landete. Schiedsrichter Markus Krawinkel entschied sich sofort gegen den Treffer, da er das Spiel zuvor abgepfiffen hatte.
Umso klarer war es dann in der 49. Minute als Alex Preibisch die Scheibe von der blauen Linie aufs Kölner Gehäuse brachte und Niki Mondt den Abpraller zum Ausgleich einschieben konnte. War so mancher Düsseldorfer mit der Erwartung einer klaren Niederlage in die Domstadt gefahren, erwachte spätestens jetzt die Hoffnung auf eine Überraschung. Kurz nach dem Treffer sorgte Ex-Düsseldorfer Charlie Stephens für Aufregung, als er beim Versuch die Scheibe aus der Luft zu nehmen, Bobby Goepfert niederschlug. Die Quittung kassierte Stephens von Travis Turnbull, der sofort für seinen Goalie einstand. Der Haie-Stürmer war sich allerdings beim Faustkampf zu fein, wie Turnbull den Helm abzunehmen. Eine ziemliche Unsitte, die leider auch in der NHL häufig zu beobachten ist.
Auswärtsserie der DEG hält an
Mit einem Punkt im Gepäck ging es in die Verlängerung. Die Düsseldorfer EG setzt dadurch die Serie fort und hat sein 2008 in jedem Auswärts-Derby mindestens einen Punkt geholt. Wie schon beim 1:1-Ausgleich, bei dem Thomas Gödtel die Scheibe hinter dem eigenen Tor vertändelte, sorgte eine Puckverlust von Drew Paris im eigenen Drittel für den Kölner Siegtreffer. Mit seinem zweiten Treffer besiegelte Ales Kranjic die Overtime-Niederlage für die DEG. Solche Fehler müssen dringend abgestellt werden, bringen sie das Team von Christian Brittig doch bisher um wohlverdiente Punkte.
Am morgigen Sonntag steht das nächste Lokalduell für die DEG auf dem Terminplan. Um 14:30 Uhr treten die Düsseldorfer bei den Krefeld Pinguinen mit ihrem NHL-Gastspieler Christian Ehrhoff an. Im Online-Shop der Pinguine sind noch gut 2.000 Karten verfügbar, davon etwa 300 im Gästeblock.