Neuaufbau braucht langen Atem

Die Düsseldorfer EG lud am Montag unter dem Motto „Zwischen Optimismus, Dramatik und Kampfgeist“ zur Finanzpressekonferenz in den ISS Dome. Leider blieben gute Nachrichten aus, stattdessen betont die DEG-Geschäftsführung, dass weiterhin 2,4 Millionen Euro zur Sicherung der Saison 2013/2014 fehlen.

Bobby GoepfertZufrieden blickten die DEG-Verantwortlichen im Rahmen der Pressekonferenz auf die Entwicklung der vergangenen Monate zurück. Neben dem Aufbau einer jungen Mannschaft mit Düsseldorfer Element, bei der Nachwuchstalente eine Chance erhalten sollen, gelang es den Rot-Gelben die Heimspiele wieder deutlich attraktiver zu gestalten. Den Einsatz, den die Mannschaft Woche für Woche zeigt, reißt die Fans immer wieder mit und sorgt trotz Tabellenplatz 13 für eine positive und lautstarke Stimmung der Anhänger. Weiter gelang es der DEG sich deutlich positiver in der Düsseldorfer Öffentlichkeit zu positionieren. Kooperationen mit Fortuna Düsseldorf, den Düsseldorfer Jonges und den Toten Hosen, sowie eine Verdopplung der Mitgliederzahlen durch den neugegründeten DEG Club 1935 trugen dazu ebenso bei, wie die Verankerung mit dem Schulsport und dem Absatz von Retter- und Bekennerpaketen im Mittelstand.

Viel Zuspruch für die DEG

Aus Düsseldorf erhalten die DEG und das Düsseldorfer Eishockey klare Bekenntnisse. Personen und Unternehmen aus Vergangenheit und Gegenwart des Klubs identifizieren sich mit dem eingeschlagenen Weg des Vereins. Rainer Gossmann, ehemaliger DEB-Präsident und Schatzmeister der DEG, erklärte stellvertretend: „Die Neuausrichtung der DEG ist der richtige Schritt. Aber natürlich braucht auch dieser Weg mehr Zeit. Ich will mithelfen, der DEG diese Zeit zu verschaffen.“

Dort wo es am Ende zählt, nämlich auf dem Bankkonto, schlugen die Bemühungen bisher allerdings nicht zu Buche. Zwar konnten im Jahr 2012 Abschlüsse von über einer Millionen Euro getätigt werden, doch fehlen zur Sicherung der DEL-Saison 2013/2014 etwa 2,4 Millionen Euro. Zentraler Grund hierfür ist das Fehlen mittelfristiger Finanzierungszusagen, da für die laufende Saison einmalige Beträge von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung standen. Somit gibt es aktuell keine finanzielle Grundlage zur Erteilung einer Lizenz für die kommende Spielzeit.

Zwei große Sponsorenabschlüsse platzten

Die DEG zeigt sich überzeugt, dass die strukturelle Arbeit der Sponsoren-Akquise stimmig ist und Sponsorenpakete sowie individuelle Angebote attraktiv seien. Insgesamt wurden über 1.000 Unternehmen kontaktiert und einige Antworten signalisierten grundsätzliches Interesse. Konkrete Abschlüsse ließen sich aber bisher nicht vermelden. Im Gegenteil: Zwei große Abschlüsse standen gar kurz vor der Unterzeichnung, platzten aber kurzfristig. Gründe für das Scheitern der potentiellen Partnerschaften nennt die DEG nicht.

Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp: „Viele potentielle Partner haben in der Vergangenheit grundsätzliches Interesse signalisiert, wenn die DEG ihr Düsseldorfer Herz wiederentdeckt. Nach unserer Neuausrichtung appelliere ich nun an diese Personen und Unternehmen, uns auf diesem Weg auch tatsächlich zu unterstützen. Auch große Partner sind herzlich willkommen. In der Sponsoren-Pyramide ist noch in jeder Größenordnung Platz.“

Zudem soll die Etatsicherung durch neue Investoren ermöglicht werden. „Interessierte Partner können Anteile an der GmbH erwerben. Dadurch erhalten sie auch die Möglichkeit, die Zukunft der DEG aktiv mitzugestalten. Durch neue Anteilseigner fließt neues Kapital zur DEG“, so Schmellenkamp.

Boris Bartels von dreimarketing appelliert: „Der Neuaufbau der DEG braucht – wie angekündigt – einen langen Atem. Wir bitten alle potentiellen Partner, Freunde und Förderer, dieser neuen DEG bei dem begonnenen Neuaufbau weitere Zeit zu geben und diesen zu unterstützen. Ein guter Anfang ist gemacht, aber die DEG braucht – wie damals Fortuna – längerfristige Hilfe, bis sie endlich wieder auf eigenen Beinen stehen kann.“

Weitere Aktionen in der Planung

Das bereits in der vergangenen Saison erfolgreiche „Rettungsteam“ wird weiter zusammenbleiben und geschlossen agieren. Aufmerksamkeitsstarke Marketing- und PR-Aktionen, die sich sowohl an Düsseldorfer Unternehmen als auch die Bevölkerung richten,  stehen weiterhin auf der To-Do-Liste der DEG, um das Bewusstsein für die erneut schwierige Situation in finanzielle Unterstützung umzumünzen.

Es bleibt zu hoffen, dass potentielle Sponsoren vorhanden sind. Die Entwicklung bei der Düsseldorfer EG sollte Motivation genug sein. Die Fans stehen hinter der DEG, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Selbst der zwischenzeitliche letzte Tabellenplatz konnte diese positive Stimmung nicht drücken. Jeder Sieg wird derzeit gefeiert, wie in den letzten Jahren kaum ein Play-Off-Erfolg. Die Frage ist, ob den finanziell entsprechend gutsituierten Unternehmen klar ist, welche Wirkung sie mit der „Rettung“ der DEG erzielen könnten. Und dabei könnte ein Betrag, der in der Fußball-Bundesliga gerade einmal für eine Bandenwerbung reicht, womöglich schon ausreichend zu sein, um einen deutlichen Imageschub zu bekommen.