Die Düsseldorfer EG erkämpfte sich am Freitag in Zusammenarbeit mit ihren gutaufgelegten Anhängern ein 3:2 nach Penaltyschießen gegen den EHC Red Bull München. Doch bezahlte die DEG den doppelten Punktgewinn mit zwei Ausfällen in der Verteidigung.
Sichtlich erschöpft betraten die Düsseldorfer Spieler am gestrigen Freitag das Eis zur Ehrenrunde. Gerade hatten sie die Gäste des EHC Red Bull München niedergerungen und mit 3:2 nach Penaltyschießen die ersten beiden Punkte nach drei Spielen ohne Punkterfolg eingefahren. Dem vergangenen 0-Punkte-Wochenende folgte am Mittwoch eine deutliche 1:6-Niederlage bei den Adler Mannheim, in der, wie bereits bei den Kölner Haien am Sonntag, ein klarer Klassenunterschied erkennbar war. Die DEG kam von Beginn an kaum einmal gefährlich vor den gegnerischen Ersatztorhüter Felix Brückmann. Einzig Calle Ridderwalls Handgelenkschuss zum zwischenzeitlichen 1:4 in der 39. Minute sorgte für Freude im Gästeblock, der von rund 100 DEG-Anhängern besiedelt wurde.
Aus der Partie in Mannheim nahm die Düsseldorfer EG zudem einen weiteren Verletzten mit zurück nach Hause. Henry Martens klagte am Donnerstag über Kopfschmerzen und Übelkeit, woraufhin eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Somit musste Christian Brittig gegen München wieder auf eine vierte Reihe verzichten. Immerhin kehrte Neuzugang Ashton Rome nach seiner Sperre zurück in die erste Reihe und bereitete bereits nach 137 Sekunden den ersten Saisontreffer von Andreas Martinsen mit vor.
Drew Paris fällt verletzt aus
Münchens NHL-Neuzugang Blake Wheeler tat es kurze Zeit später Ashton Romes Debüt gleich und durfte bereits nach neuneinhalb Spielminuten wieder in die Kabine. Nach zwei ansehnlichen und fairen Checks streckte er per Knie-Check DEG-Verteidiger Drew Paris nieder und kassierte eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Nach dem Spiel wurde bei Paris eine Innenbanddehnung festgestellt, so dass er in der morgigen Partie gegen die Eisbären Berlin ebenfalls ausfallen wird.
Die folgende fünfminütige Überzahl konnte die DEG nicht nutzen, musste stattdessen den Unterzahltreffer von Mike Kompon hinnehmen. Kompon war es auch, der seine roten Bullen im Mittelabschnitt per Überzahltor mit 1:2 in Front brachte. Es drohte die vierte Niederlage in Folge, ausgerechnet gegen einen direkten Tabellennachbarn. In solchen Situation muss dann auch einmal der Funke von den Tribünen auf das Team überspringen und die 4.084 Zuschauer im ISS Dome taten ihr Bestes dafür. Hervorzuheben ist hierbei der unbekannte Motivator auf der Haupttribüne, der die ansonsten eher ruhigeren Zuschauer auf den teuren Sitzplätzen im Schlussdrittel mehrfach anstacheln konnte, das Team lautstark zu unterstützen.
Die Belohnung für die tolle Unterstützung durch die DEG-Fans folgte schließlich in der 55. Minute, als Manuel Strodel den Querpass von Marc Zanetti direkt im Tor von Münchens Goalie Jochen Reimer versenken konnte. Die anschließende Verlängerung wurde überschattet von der Verletzung des Münchener Verteidigers Johan Ekbom. Marc Zanetti fuhr nach 67 Sekunden in der Verlängerung einen Open-Ice-Hit gegen den Münchener, der unglücklicherweise nach unten schaute, so dass Zanettis Schulter mit Ekboms Kopf kollidierte. Mit blutüberströmtem Gesicht wurde der Verteidiger per Trage vom Eis gebracht, im Krankenhaus anschließend ein Nasenbeinbruch festgestellt. Ausgerechnet Ekbom, der im zweiten Saisonspiel Michael Catenacci so schwer verletzt hatte, dass der DEG-Stürmer bis heute kein Spiel mehr bestreiten konnte, doch mit einer Racheaktion dürfte der soweit faire Check nichts zu tun gehabt haben.
Lange Sperre für Marc Zanetti befürchtet
Dennoch bestraften die Schiedsrichter Willi Schimm und Alfred Hascher den Düsseldorfer Verteidiger wegen eines „Checks gegen Kopf und Nacken“ mit einer Matchstrafe. Dass Zanetti mit einer längeren Sperre rechnen muss, dürfte nach den wirren Entscheidungen der Deutschen Eishockey Liga in der bisherigen Saison klar sein. Immerhin erkämpfte sich die DEG in den verbleibenden knapp vier Minuten Verlängerung trotz Unterzahl das Penaltyschießen. Während auf Münchener Seite nur die beiden Ex-Düsseldorfer Klaus Kathan und Martin Hinterstocker trafen, versenkten Travis Turnbull, Daniel Kreutzer und Calle Ridderwall ihre Versuche in Jochen Reimers Gehäuse, so dass der Zusatzpunkt in Düsseldorf blieb.
Durch die Ausfälle von Drew Paris und Marc Zanetti stehen der DEG am Sonntag lediglich vier Verteidiger zur Verfügung. Man darf gespannt sein, wen Christian Brittig in der Defensive noch aus dem Hut zaubern wird, ist doch gegen die offensivstarken Eisbären Berlin (Spielbeginn: 16:30 Uhr) jeder Verteidiger doppelt gefordert. Allein die beiden NHL-Gastspieler der Eisbären, Claude Giroux und Daniel Brière, erzielten in ihren sieben DEL-Spielen bisher jeweils 17 Scorerpunkte. Der ISS Dome wird auf jeden Fall gut gefüllt sein, erwartet die Düsseldorfer EG dank guter Vorverkaufszahlen und einer Ticketaktion mit den Düsseldorfer Jonges doch rund 7.000 Zuschauer.