Vor der Deutschland-Cup-Pause sorgte die Düsseldorfer EG noch mit einem 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen über die Eisbären Berlin für Furore. Nach der Freiwoche im November verbuchte die DEG hingegen gerade einmal vier Punkte aus neun Spielen. Am vergangenen Sonntag folgte durch die 1:4-Heimniederlage im kleinen Derby gegen die Krefeld Pinguine die Rückkehr ans Tabellenende.
Im mit 7.084 Zuschauern gefüllten ISS Dome herrschte beim Straßenbahnderby gegen die Krefeld Pinguine zumeist Schweigen unter den Düsseldorfer Anhängern. Dabei startete die DEG erfolgreich in die Partie. Bereits nach 17 Sekunden überwand Stürmer Ashton Rome Pinguine-Torhüter Scott Langkow mit einem Handgelenksschuss in den Winkel. Doch wirkliche Derbystimmung kam nicht auf. Ab dem 1:1 durch Daniel Piettas ersten von drei Treffern am Sonntagabend setzte sich mehr und mehr die Stille, unterbrochen von ein paar wenigen Gesängen der Gästefans, durch.
In den bisherigen Saisonheimspielen sorgte das Team von Christian Brittig mehrfach für Begeisterung unter den eigenen Anhängern, so dass teilweise eine bessere Stimmung im ISS Dome herrschte, als in manch Play-Off-Spielen der letzten Jahre. Bei weiteren Heimspielen spornte das Publikum das eigene Team zu teils so sehr an, dass die Spieler über sich hinauswuchsen und für Überraschungen gegen vermeintlich übermächtige Gegner im Stande war. Doch im Straßenbahnderby blieb es still. Selbst Walter Köberles hilflose Ansprache während eines Powerbreaks, sorgte im Publikum für wenig Regung.
Punktloser Rumpfkader
Zeigt der sportliche Misserfolg, der zwar auf Grund des kostengünstigen Kaders zu erwarten war, nun Wirkung bei den eigenen Fans? Immerhin fuhr das DEG-Team in den neun Spielen nach der Deutschland-Cup Pause lediglich vier Punkte ein. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass der Kader mehr als ausgedünnt war. Die Sperren gegen Alex Henry und Marc Zanetti waren nicht nur ziemlich zweifelhaft, sondern auch schmerzhaft. Immerhin fielen auch noch die Verteidiger Marian Bazany und Drew Paris verletzt aus. Hinzu kam noch ein Magen-Darm-Virus, der in der vergangenen Woche von Spieler zu Spieler überzuspringen schien. Dennoch hielt das Team die Spiele in Nürnberg (3:4 n.P.) und in Hamburg (1:4) lange Zeit eng. Erst am Freitag in Ingolstadt (0:5) erfolgte der Einbruch der Kräfte.
Die mehr oder minder wieder vollzählige Mannschaft wirkte am Sonntag gegen Daniel Pietta und seine Pinguine ebenfalls kraftlos. Die Fans ebenso. Dass unter den mehr als 7.000 Zuschauern im ISS Dome kurzfristig ebenfalls ein Magen-Darm-Virus umherging, kann wohl ausgeschlossen werden. Die Ausrede der Minderwertigkeit von Derbys durch das häufige Aufeinandertreffen, z.B. in der Vorbereitung, zieht auch nicht. Gerade am Sonntag hätte die Truppe der Düsseldorfer EG ihre Fans gebraucht. Stattdessen blieb Schweigen und man gab sich der Niederlage im Straßenbahnduell hin. Nicht einmal die provozierende Geste von Daniel Pietta nach seinem ersten Treffer konnte das Düsseldorfer Publikum ausreichend anheizen.
198. Rheinisches Derby steht bevor
Am morgigen Freitag kommen die Kölner Haie zum ersten echten(!) Heimderby der Saison in den ISS Dome. Wie schon bei der 4:0-Niederlage in der Kölner Arena trifft der Tabellenführer auf den Tabellenletzten. Die Zuschauerzahl wird die sonntägliche Zahl mit über 10.000 Zuschauern noch einmal deutlich übersteigen und damit die eines „durchschnittlichen“ DEL-Spiels weit übertreffen. Auch wenn diesmal keine 200 chinesischen Geschäftsleute im Stadion sind, die man gegen die Pinguine sicherlich nicht von der positiven Stimmung rund um die Düsseldorfer EG überzeugen konnte, sitzen dennoch sicherlich einige potenzielle „Retter“ vor den Bildschirmen (live bei Laola1.tv, 19:25 Uhr).
Im Oktober meckerten wir an dieser Stelle noch über die schwache Stimmung beim Derbysieg der Haie in der eigenen Halle. Zeigen wir den Haien, dass man einen Derbysieg nicht geschenkt bekommt und mit Gegenwind rechnen muss. Vielleicht schaffen wir und die hoffentlich gesundheitlich wieder besser aufgestellte DEG dann eine ähnliche Überraschung, wie beim Penaltyerfolg gegen die Eisbären Berlin. Beim ersten Saisonderby im September war es immerhin auch schon knapp.
