Derbyniederlage in der Leichenhalle

Vor 16.378 Zuschauern musste sich die Düsseldorfer EG am Sonntag mit 4:0 den Kölner Haien geschlagen geben. Das 197. Rheinische Derby zeigte deutlich den Unterschied zwischen dem hochdotierten Kader der Haie und der jungen, günstigen Truppe der DEG, auch wenn Einsatz und Wille der Düsseldorfer stimmten. Mit etwas Scheibenglück der „jungen Wilden“ wäre die Lanxess-Arena wohl noch ruhiger geworden, als sie es sowieso schon fast das ganze Spiel über war.

DEG Fans (Foto: Kevin Uertz)

Rund 300 Düsseldorfer Fans fanden sich am Sonntagabend erneut im Stehplatzbereich der Kölner Lanxess-Arena ein. Diesmal besorgte das DEG-Fanprojekt in Eigenregie Karten für die eigentlich nicht für Gästefans vorgesehenen Plätze, nachdem beim ersten Derby der Saison die Düsseldorfer EG selbst mit einer Guerilla-Aktion 500 Karten für die eigenen Fans besorgt hatte, um die fehlende Gastfreundlichkeit der Kölner Haie in Sachen Gästekarten zu umgehen. Der Stimmung in der Kölner Arena tat es auch beim 197. Rheinischen Derby sehr gut, setzten die Düsseldorfer Anhänger doch bereits vor Spielbeginn einige Akzente, die auch hin und wieder zumindest von den beiden Stehplatzbereichen der Haie-Fans beantwortet wurden.

Auch nach Beginn der Partie sollte sich daran nicht viel ändern und dass obwohl die Haie deutlich besser ins Spiel kamen, als die Düsseldorfer Gäste. Bereits nach 128 Sekunden jubelte das Kölner Publikum zum ersten Mal. Andreas Holmqvist erwischte DEG-Torhüter Bobby Goepfert mit einem Schuss von der blauen Linie auf dem falschen Fuß. Mit Alexander Weiß‘ sehenswerter Einzelaktion in Überzahl in der 8. Minute, erhöhten die Haie früh auf 2:0 und demonstrierten, wieso der hochdotierte Kader aktuell den ersten Tabellenplatz hält. Immerhin konnte die DEG im Faustkampf punkten. Verteidiger Alex Henry schickte Kölns Kevin Lavallee gleich mit dem ersten Schlag zu Boden.

Dass in diesem Derby nicht viel zu Gunsten der Düsseldorfer EG ablief, verdeutlichte das verspätete Erscheinen der DEG-Mannschaft zum zweiten Spielabschnitt. Die Schiedsrichter Danny Kurmann und Georg Jablukov verhängten als Disziplinarmaßnahme eine 2-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung. Die DEG kam schließlich besser ins Spiel, auch weil die Haie deutlich zurückschalteten. Dennoch blieb den „jungen Wilden“ ein Torerfolg verwehrt. Mit zwei weiteren Treffern im Schlussdrittel machten die Gastgeber den Sack zu. Rok Ticar in der 56. und John Tripp ins leere Tor (58.) besiegelten den 4:0-Erfolg der Haie.

Immerhin kam gegen Ende noch etwas Begeisterung unter den Kölner Anhängern auf, war doch bis zum 3:0 die Tanzeinlage des Kölner Maskottchens „Sharky“ die einzige Aktion, die auch mal die Kölner Sitzplatzbesucher animierte, Lautstärke zu generieren. Die DEG-Fans feierten ihr Team dennoch über die gesamte Spielzeit und ließen sich trotz des einseitigen Spiels und dem fehlenden Abschlussglücks der Düsseldorfer Spieler nicht aus der Fassung bringen. Auch den daheim vor dem Fernseher gebliebenen Fans wurde durch das äußerst interessante Feature der Cable Guys bei Übertragungen von Servus TV einiges geboten.

Am Halloween-Mittwoch tritt die Düsseldorfer EG bei den Adler Mannheim an. Auch hier muss mit einer deutlichen Niederlage gerechnet werden, wenn die Adler ihre Gäste nicht unterschätzen, wie beim 2:1 n.V. vor drei Wochen. Mit Blake Wheeler von den Boston Bruins, der beim EHC Red Bull München angeheuert hat, sowie Daniel Brière und Claude Giroux von den Philadelphia Flyers, die aktuell bei den Eisbären Berlin unter Vertrag stehen, gastieren am kommenden Wochenende gleich drei NHL-Lockout-Spieler im Düsseldorfer ISS Dome. Man darf gespannt sein, ob die „jungen Wilden“ der DEG die Top-Spieler genauso gut in den Griff bekommt,  wie vergangene Woche Jamie Benn (Dallas Stars) von den Hamburg Freezers. Bei den Heimspielen wird auch Neuzugang Ashton Rome wieder dabei sein, der nach seiner Matchstrafe im Spiel gegen Wolfsburg für zwei Spiele gesperrt wurde und somit am Freitag wieder eingreifen kann.