Derby-Debakel vor vollem Haus

Wieder einmal schaffte es die Düsseldorfer EG nicht bei einem sehr gut besuchten Heimspiel eine ansprechende Partie zu liefern. Mit 0:3 musste sich die DEG am Freitagabend den Kölner Haien geschlagen geben. Die DEG verzweifelte vor allem im Schlussabschnitt an der kompakten Verteidigung der Gäste. Dennoch hat das Team von Jeff Tomlinson die direkte Play-Off-Qualifikation noch selbst in der Hand.

Foto: Kevin Uertz

Foto: Kevin Uertz

Zunächst verabschiedeten die 13.376 Zuschauer im rappelvollen ISS Dome DEG-Stürmer Patrick Reimer mit einem Spruchband: „Danke für acht Jahre Eishockey mit Herz“. Reimer wird in der kommenden Saison für die Nürnberg Ice Tigers auflaufen, wo er einen angeblich hochdotierten Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Ihm folgen könnte Trainer Jeff Tomlinson. Nürnberger Medien berichteten heute von der bereits getätigten Unterschrift des Coachs bei den Franken. Gegenüber der Rheinischen Post stritt Tomlinson dies allerdings ab: „Das ist einfach falsch. Ich habe noch kein schriftliches Angebot aus Nürnberg.“ Die Betonung liegt hierbei wohl auf „noch“.

Auf dem Eis sollte heute von alle den Vertragsverhandlungen für die kommende Saison nichts zu spüren sein. Trainer und Spieler hatten hohen Einsatz und viel Leidenschaft für das 195. Rheinische Derby versprochen. So war das erste Drittel kampfbetont mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. Evan Kaufmann hatte bei eigener Unterzahl die beste Möglichkeit, die DEG in Führung zu schießen, konnte die Scheibe aber nicht im Kölner Tor unterbringen. Auf der Gegenseite machte es Alexander Weiß 23 Sekunden vor der Pausensirene besser, als Tyler Beechey die Scheibe vertändelte und der Haie-Stürmer mit einem ansehnlichen Bauerntrick die 0:1-Führung markierte.

Keine Wende trotz Überzahl

Die Wende hätte zu Beginn des Mittelabschnitts kommen müssen. Bereits nach 25 Sekunden traf KEC-Verteidiger Johan Akermann Patrick Reimer mit seinem Schläger im Gesicht. Der Düsseldorfer blieb verletzt am Boden liegen. Das Schiedsrichterduo Georg Jablukov und Richard Schütz schickten Akermann folgerichtig zum Duschen. Für Reimer ging es nach kurzer Behandlungspause mit einem Pflaster auf der Nase weiter. Die fünfminütige Überzahl nutzte das Team von Jeff Tomlinson allerdings nicht. Dennoch drängten die Düsseldorfer auf den Ausgleich.  Zunächst verfehlte Ben Gordon das weitoffene Tor, bevor Daniel Kreutzer kurze Zeit später am Pfosten scheiterte. In Überzahl schlugen die Gäste dann aber eiskalt zu. Ex-Düsseldorfer Charlie Stephens fälschte in der 32. Minute einen Schuss von Moritz Müller unhaltbar ins Tor von Bobby Goepfert ab. Dreieinhalb Minuten später setzte ebenfalls ein Ex-Düsseldorfer noch einen drauf. Nach einem Konter über Mirko Lüdemann und Jason Jaspers, vollendete Philip Gogulla zum 0:3.

Begleitet von vielen Pfiffen verließen die Spieler das Eis in die zweite Pause. Kapitän Daniel Kreutzer äußerte seinen Unmut darüber wild gestikulierend in Richtung der Düsseldorfer Fans. Verständlich, aber sicherlich nicht gerade förderlich, wenn bei einem Derby fast 8.500 Zuschauer mehr anwesend sind, als bei anderen DEL-Hauptrundenspielen. Auch im Schlussabschnitt konnte das Team die unregelmäßigen Zuschauer und auch die Stammkundschaft nicht vom Hocker reißen. Die DEG fand kein Mittel gegen die kompakte Kölner Verteidigung und ging schließlich mit 0:3 als Verlierer vom Eis.

DEG nur noch Siebter

Durch die Niederlage rutscht die DEG auf Rang 7 ab. Die Augsburger Panther konnten durch ein Überzahl-Tor 12 Sekunden vor Ende drei Punkte bei den Nürnberg Ice Tigers mitnehmen und stehen nun plötzlich auf Rang 6. Die Straubing Tigers konnten den DEG-Patzer nicht nutzen. Mit 6:3 mussten sie sich den Eisbären Berlin geschlagen geben. Auch die Iserlohn Roosters mischen nach dem 7:3-Erfolg gegen den EHC München noch fleißig mit um den sechsten Tabellenplatz.

Die Tabelle sieht derzeit wie folgt aus:

6. Augsburg 78 (Punkte) +5 (Tordifferenz)
7. DEG 78 -6
8. Straubing 77 +8
9. Iserlohn 77 +1
10. Köln 77 -9

Die DEG hat die direkte Play-Off-Qualifikation noch selbst in der Hand. Mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit bei den Augsburger Panthern (Spielbeginn: 14:30 Uhr, Sky überträgt live) würden die Düsseldorfer den sechsten Tabellenplatz sichern. Alle Konkurrenten haben zudem schwere Gegner. Die Kölner Haie treten in Berlin an, die Straubing Tigers zuhause gegen Mannheim und Iserlohn muss nach Ingolstadt.

Foto: Kevin Uertz [ K-U ] Photography