DEG erfolgreich gegen Spitzenteams

Vierzehn Tore und vier Punkte nahm die DEG aus den letzten drei Spielen gegen Spitzenteams der DEL mit. Mit einem starken Torhüterduo Bick / Goepfert und viel Leidenschaft erarbeiteten sich die „jungen Wilden“ der Düsseldorfer EG einen Punkt bei Meister Berlin und fertigten den Tabellenzweiten Adler Mannheim zuhause mit 6:1 ab.

DEG Jubel gegen Mannheim

Foto: Kevin Uertz

Mit einem starken Auftritt und einem 6:2-Erfolg gingen die Spieler die Düsseldorfer EG vor zwei Wochen in die Pause zur Olympia-Qualifikation. Die Nationalmannschaft vergeigte die Qualifikation, die „jungen Wilden“ der DEG nutzten die freien Tage und nahmen sich gegen die deutlich favorisierten Eisbären Berlin, ERC Ingolstadt und Adler Mannheim viel vor. Am Freitag in Berlin verzichtete Trainer Christian Brittig noch auf Torhüter Bobby Goepfert, der nach seiner Verletzung beim Auswärtsspiel Platz für einen ausländischen Feldspieler ließ. Vertreter Felix Bick machte seine Sache erneut gut, musste allerdings bei 43 Schüssen auf sein Tor viermal hinter sich greifen. Dennoch erarbeitete sich die DEG einen überraschenden Punkt, da Colin Long und Travis Turnbull zweimal für den Ausgleich sorgten und Calle Ridderwall zwischenzeitlich zweimal für die Führung sorgte. Im Penaltyschießen vereitelte Felix Bick drei von vier Berliner Versuchen, doch seine Teamkameraden scheiterten allesamt.

Stadtwerke bleiben DEG treu

Motiviert durch den Punktgewinn beim Deutschen Meister sollte am Sonntag dem ERC Ingolstadt ein Bein gestellt werden. Vor der Partie verkündete die Düsseldorfer EG, dass die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Düsseldorf fortgesetzt wird. Nachdem am vergangenen Donnerstag bereits die notwendigen 100.000 EUR Lizenzgebühr bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hinterlegt wurden und mit Bobby Goepfert und Daniel Fischbuch bereits zwei Spieler für die kommende Saison unterschrieben hatten, hofft die DEG-Geschäftsführung, dass die positiven Signale bei potenziellen Sponsoren ankommen. Um den Spielbetrieb in der DEL zu sichern, benötigen die Rot-Gelben weiterhin über 2 Millionen Euro.

Falls einige dieser potenziellen Partner beim Spiel gegen Ingolstadt unter den 4.380 Zuschauern im ISS Dome gewesen sind, bekamen sie auf jeden Fall gute Unterhaltung geboten. Leider lag das vor allem am Schiedsrichtergespann Gordon Schukies und Willi Schimm, die mit einer Flut von fragwürdigen Strafen bzw. eben nicht gegebener klarer Strafen der Partie ihren Stempel aufdrückte. Dabei begann das Spiel zunächst positiv für die Düsseldorfer EG. Kapitän Daniel Kreutzer nutzte das erste Überzahlspiel zur 1:0 Führung. Ex-DEG-Verteidiger Derek Dinger und Michel Périard per Überzahltreffer drehten die Partie im Mittelabschnitt zu Gunsten der Gäste, bevor Bernhard Ebner eine Konter über Daniel Fischbuch gekonnt verwerten konnte. Neun Sekunden vor der Pause nutzte John Laliberte ein weiteres Powerplay zur erneuten Führung. Das Schiedsrichtergespann übersah zuvor ein Foulspiel der Ingolstädter und zog dadurch den Unmut des Düsseldorfer Publikums auf sich.

Schwaches Unterzahl der DEG

Gleiches Bild im Schlussabschnitt. Bereits nach 56 Sekunden musste Calle Ridderwall auf die Strafbank für ein höchstzweifelhaftes Foulspiel. Erneut Laliberte erhöhte auf 2:4. Dass ERC-Stürmer Jared Ross im Alleingang das mögliche 2:5 vergeigte, hätte sich beinahe gerecht. Kurz darauf sorgten Daniel Fischbuch und Ashton Rome in Überzahl für den Ausgleich. Rome erlitt bei seinem Treffer eine Knochenabsplitterung im Finger, als er den Gewaltschuss von Thomas Gödtel mit eben diesem ins Tor abfälschte. Trotz der großartigen Moral der DEG, behielten die Gäste am Ende die Oberhand. Andreas Martinsens fragwürdige Strafe nutzten die Panter erneut durch ihr effektives Powerplay zum 4:5-Endstand. Trotz der schwachen Schiedsrichter hätte die Niederlage durch ein besseres Unterzahlspiel verhindert werden können. Vier Gegentreffer bei sechs Unterzahlsituationen sind eindeutig zu viel.

DEG rupft Adler Mannheim

Das wird auch DEG-Trainer Christian Brittig so gesehen und entsprechend seiner Mannschaft ins Gewissen geredet haben, denn im Heimspiel am gestrigen Dienstag blieben die Düsseldorfer in sieben Unterzahlsituationen ohne Gegentreffer und wirkten deutlich konzentrierter. Der Spielverlauf sorgte für das entsprechende Selbstbewusstsein. Gegen den Tabellenzweiten spielten sich die „jungen Wilden“ in einen wahren Rausch. Drew Paris, der für den verletzten Ashton Rome ins Team rutschte, leitete bereits nach dreieinhalb Minuten per Treffer zum 1:0 das DEG-Feuerwerk ein. Powerplaytreffer von Marc Zanetti und Andreas Martinsen sorgten für die 3:0 Pausenführung.

Im Mitteldrittel erhöhte Diego Hofland nach einem Fehler des äußerst schwachen Adler-Torhüters Dennis Endraß auf 4:0. Die Mannheimer Torversicherung Yanick Lehoux, der beim Adler-Gastspiel im November die Partie fast im Alleingang entschied, wirkte ebenfalls unglücklich. Viele Direktabnahmen landeten neben dem Tor. Aber selbst an einem solchen Tag trifft Lehoux. Von der Strafbank kommend, sorgte er per Sololauf für Ergebniskosmetik, als er Felix Bick, der erneut das Vertrauen von Christian Brittig erhalten hatte, überwinden konnte. Treffer von Justin Bostrom und Marc Zanetti zum 6:1 besiegelten schließlich den Überraschungserfolg gegen den Tabellenzweiten.

DEG feiert gegen Mannheim

DEG-After-Game-Party

Leider schauten sich lediglich 3.577 Zuschauern das Spektakel im ISS Dome an. Bei drei Heimspielen in sechs Tagen scheinen einige Besucher das Dienstagsspiel gemieden zu haben. Am Freitag gegen die Thomas Sabo Ice Tigers (Beginn: 19:30 Uhr) sind diese dann vielleicht wieder im Dome anzutreffen. Schließlich steht nach der Partie gegen die wenig erfolgreiche DEG-Spieler-Verwertungsstelle die After-Game-Party im Bistro auf dem Programm, die als Aufwärmprogramm für den sonntäglichen rot-gelben Sonderzug zum Auswärtsspiel bei den Hamburg Freezers (Spielbeginn: 14:30 Uhr) dient.

Apropos After-Game-Party. Die Spieler der Düsseldorfer EG überraschten ihre Fans nach dem Erfolg über die Adler Mannheim mit einer gänzlich neuen Show auf dem Eis. Unter der Leitung von Frontmann Marc Zanetti interpretierten die „jungen Wilden“ den aktuellen Internettrend Harlem Shake.

Fotos: Kevin Uertz [ K-U ] Photography
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