DEG behält bei Torfestival die Nerven

Viermal ging die Düsseldorfer EG am Sonntagabend gegen die Straubing Tigers in Führung. Viermal lief sie aber auch einem Rückstand hinterher. Fünf Überzahltore und starke Nerven sicherten am Ende den 7:6-Erfolg für die DEG vor 3.643 Zuschauern. Als zusätzliche Belohnung verließen die jungen Wilden mit dem Sieg den letzten Tabellenplatz.
DEG_Straubing_Torjubel

Foto: Kevin Uertz

Die Düsseldorfer EG hat derzeit keinen leichten Stand in der Deutschen Eishockey Liga. Die Rheinische Post zitierte vor zwei Tagen aus Kreisen der DEL-Ligaverantwortlichen: „Ihr zieht eine Blutspur durch die Liga. Da braucht ihr euch nicht wundern“. Larry Mitchell, Trainer der Augsburger Panther, legte nach dem DEG-Gastsspiel in der vergangenen Woche nach: „So etwas wie heute machen die Düsseldorfer ja jedes Mal. Aber das war ja bei dem Kader vielleicht auch nicht anders zu erwarten. Die anderen Manager haben mir vorher bereits sarkastisch ‚viel Spaß mit denen‘ gewünscht.“

DEL-Ligenleiter Jörg von Ameln sorgte ebenfalls für Kopfschütteln in Düsseldorf, als er auf die Frage nach dem Verhältnis der Sperren von Alex Henry und Mannheims Yannic Seidenberg am vergangenen Wochenende antwortete: „Das Foul von Yannic Seidenberg war vielleicht schlimmer, aber Henrys Gegenspieler hat sich schwerer verletzt.“ Die Aussage demonstriert die fragwürdige Strafenverteilung des DEL-Disziplinarausschusses.

Klage gegen Henry-Sperre

Nachdem ein Einspruch im Fall Zanetti ausgeblieben war, reichte  die Düsseldorfer EG im Laufe der Woche per Klage gegen die Henry-Sperre ein, unterstützt durch die Kostenübernahme von rund 1.000 EUR der DEG-Fan-Dame Brigitta Bender. Fraglich allerdings, was die Neuverhandlung vor dem Schiedsgericht noch bringt, nachdem der Verteidiger bereits die Hälfte seiner Strafe abgesessen hat. Eine erfolgreiche Klage wird also höchstens als richtungsweisend gewertet werden können, um weitere willkürliche Entscheidungen zu verhindern bzw. anzufechten.

Immerhin kehrte heute Marc Zanetti nach abgesessener 5-Spiele-Sperre zurück in die stark geschwächte Düsseldorfer Verteidigung, die in Person von Marian Bazany am Freitag den nächsten Ausfall verkraften musste. Der 37-jährige verletzte sich am Freitag bei der 1:3-Niederlage bei den Hannover Scorpions in einem Bandenzweikampf am Knie und wird laut eigener Aussage in diesem Kalenderjahr nicht mehr auflaufen können. Eine genauere Untersuchung soll am Montag erfolgen.

Bick für Goepfert im Tor

So lief einmal mehr eine Rumpftruppe im Heimspiel gegen die Straubing Tigers auf. Im Tor setzte Trainer Christian Brittig auf den jungen Felix Bick, um Stammtorhüter Bobby Goepfert eine Pause zu gönnen. Bis zur 13. Minute hielt Bick seinen Kasten sauber. Die DEG war sechs Minuten zuvor durch den ersten DEL-Treffer von Alex Preibisch sehenswert in Führung gegangen. René Röthke sorgte für den Ausgleich, bevor Calle Ridderwall die DEG erneut in Front schoss (16.). Doch Straubing sicherte sich zwei Minuten vor der Pausensirene mit einem Doppelschlag innerhalb von 26 Sekunden durch Blaine Down und Daniel Sparre die Pausenführung.

Der Mittelabschnitt begann mit einem Paukenschlag. Carsen Germyn schickte DEG-Aushilfsverteidiger Henry Martens per Bandencheck zu Boden. Das Schiedsrichtergespann Steffen Klau und Willi Schimm schickten den Straubinger ohne zu zögern mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine. Die anschließenden fünf Minuten Powerplay nutzte die Düsseldorfer EG, um durch Travis Turnbull und Daniel Kreutzer die Partie zu drehen. Doch kaum waren die Gäste wieder komplett überwanden Karl Stewart und Sebastian Osterlohn innerhalb von nur zehn Sekunden Felix Bick gleich zweimal. Die DEG bewies erneut Moral und kämpfte sich zurück in die Partie. Calle Ridderwalls zweiter Treffer des Abends sorgte in der 37. Minute für den umjubelten 5:5-Ausgleich.

Die Gäste zeigten sich unbeeindruckt. Nur 40 Sekunden nach dem Ausgleich, erzielte Daniel Sparre das 5:6. Auch wenn der Abend für Ersatztorhüter Felix Bick schlecht lief, war es vor allem die teilweise hilflos wirkende Düsseldorfer Verteidigung, die für die Gegentreffer verantwortlich gemacht werden muss. Dennoch zog Trainer Christian Brittig die Notbremse und wechselte nach dem sechsten Straubinger Treffer Bobby Goepfert ein.

Matchwinner Ridderwall trifft dreifach

Dieser sollte seinen Kasten im Rest des Spiels sauber halten. Mit zwei weiteren Überzahltreffern im Schlussabschnitt belohnte sich die Düsseldorfer Mannschaft für den tollen Einsatz. Daniel Kreutzer mit seinem zweiten (52.) und Calle Ridderwall mit seinem dritten Treffer (57.) ließen das Düsseldorfer Publikum jubeln. Durch den Heimsieg konnte die DEG die Grizzly Adams Wolfsburg überholen und damit den letzten Tabellenplatz verlassen.

DEG_Straubing

Foto: Kevin Uertz

Für die Düsseldorfer EG stehen erneut drei Auswärtsspiele am Stück auf dem Programm. Am Freitag reist die DEG nach Nürnberg, am Dienstag darauf steht das Gastspiel bei den Hamburg Freezers auf dem Plan, bevor es freitags erneut in den Süden zum ERC Ingolstadt geht. Das nächste Heimspiel bestreiten die jungen Wilden am 9. Dezember 2012 gegen die Krefeld Pinguine (16:30 Uhr), dann vermutlich auch wieder mit den Verteidigern Alex Henry und Drew Paris. Für das Straßenbahnderby  bietet die DEG als besonderes Vorweihnachtsangebot die „Derby-Doppelkarte“ an. Sie beinhaltet jeweils ein Ticket im Oberrang für die Heimspiele gegen Krefeld und Köln (14. Dezember 2012, 19:30 Uhr). Der Preis dieses Spezialtickets beträgt 29,- €. Das Angebot endet am kommenden Freitag (30. November 2012).

Fotos: Kevin Uertz [ K-U ] Photography