Lange Zeit hielt die Rumpftruppe der Düsseldorfer EG am Dienstagabend die Partie gegen Tabellenführer Adler Mannheim offen und ging sogar mit einer 3:2-Führung in den Schlussabschnitt. Am Ende schockte Adler-Stürmer Yanick Lehoux die 4.513 Zuschauer im ISS Dome, als er die Partie mit drei Treffern zu Gunsten der Gäste drehte.
Der Dienstag begann für die Düsseldorfer EG einmal mehr mit einem großen Aufreger. Der DEL-Disziplinarausschuss sperrte Verteidiger Alex Henry für sechs Spiele, nachdem er am vergangenen Freitag den Augsburger Justin David Forrest bei einem Check den Kiefer gebrochen hatte. Die Szene war mehr als unglücklich, da Henry dem Augsburger Verteidiger an der Bande mit dem Arm den Weg versperrte und Forrest zusätzlich in geduckter Haltung den Kopf ziemlich niedrig hielt. Kurioserweise entschied das Schiedsrichtergespann Christian Oswald und Stephane Rochette in der Szene auf eine 2-Minutenstrafe wegen Kniechecks. Die Augsburger Panther leiteten nach Spielende ein Ermittlungsverfahren wegen Checks gegen Kopf und Nacken ein, bei dem der Disziplinarausschuss die Tatsachenentscheidung revidierte und den Düsseldorfer Verteidiger sperrte.
Walter Köberle kommentierte die Entscheidung überrascht: „Mir fehlen gerade die Worte. Wir prüfen derzeit, ob wir weitere Schritte gegen das Urteil einleiten werden.“ Um die schlechten Nachrichten komplett zu machen, kündigte Rückkehrer Tino Boos nach seinen einzigen beiden Saisonspielen am Wochenende das vermutliche Karriereende an. Gegenüber dem EXPRESS sagte der Angreifer: „Die alte Verletzung ist wieder aufgebrochen. Ich glaube nicht, dass ich noch einmal spielen kann. Das ist extrem deprimierend, ich wollte etwas bewirken. Aber ich denke bei jedem Schritt nach, habe ständig Schmerzen – so kann ich dem Team nicht helfen.“
Viele Ausfälle bei der Düsseldorfer EG
So lief die Düsseldorfer EG einmal mehr mit einer Rumpftruppe auf. Die Spielertribüne füllte sich dafür umso mehr. Neben den gesperrten Alex Henry und Marc Zanetti, gesellten sich die verletzten Tino Boos, Drew Paris und Marco Habermann. Ebenso fehlten Daniel Fischbuch und der langzeitverletzte Michael Catenacci. Dafür durfte sich Jungtalent Maik Klingsporn einmal mehr bei den Profis beweisen, nachdem er im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin und den vergangenen Auswärtsspielen ordentliche Leistungen ablieferte.
Die Adler Mannheim zeigten zum dritten Mal in dieser Saison, wie ernst sie das junge Düsseldorfer Team nehmen und ließen wie in den beiden Heimspielen (1:2 n.V. und 1:6 aus DEG-Sicht) den 21-jährigen Felix Brückmann statt Nationaltorhüter Dennis Endras zwischen den Pfosten stehen. Zunächst ging der Plan für die Gäste auf, denn bereits nach 108 Sekunden schob Ronny Arendt die Scheibe zum 0:1 durch die Beine von DEG-Goalie Bobby Goepfert. Doch die DEG ließ sich vom frühen Rückstand nicht beeindrucken. In der 10. Minute verwerte Justin Bostrom den Querpass von Calle Ridderwall zum Ausgleich. Auch die erneute Führung der Mannheimer durch den Überzahltreffer von Dennis Seidenberg (16.) sollte kein Rückschlag für die dezimierte Düsseldorfer Mannschaft sein.
Allen voran Kapitän Daniel Kreutzer wollte sich nicht vom Tabellenführer abfertigen lassen und sorgte gleich zu Beginn des Mittelabschnitts mit einem wütenden Schlagschuss für den erneuten Ausgleich. Dem vorangehenden Kapitän wollten im weiteren Verlauf auch die erneut hochmotiviert auftretenden Youngster Manuel Stodel und Alex Preibisch nicht nachstehen. Gekonnt setzte Preibisch in der 8. Minute Strodel in Szene, der die Unaufmerksamkeit vor dem Gästetor nutzte, um den Puck durch Brückmanns Beine zu schieben und die DEG erstmals in Führung zu bringen. Plötzlich schien die Mannheimer Übermacht bezwingbar und eine ähnliche Sensation, wie im letzten Heimspiel gegen die Eisbären Berlin möglich.
Die Yanick Lehoux-Show
Doch die Adler Mannheim verfügen in dieser Saison über einen Yanick Lehoux in glänzender Verfassung. Der Stürmer steht an der Spitze der DEL-Punkteliste und drehte bereits am vergangenen Sonntag mit drei Toren einen 0:3-Rückstand im Heimspiel gegen die Hamburg Freezers (Endstand 5:3). Nachdem er bereits im ersten Drittel bei beiden Mannheimer Treffern als Vorlagengeber auftrat, drehte Lehoux im Schlussabschnitt erneut mit drei Treffern die Partie zu Gunsten der Gäste. Mit einem Überzahl-Solo in der 48., einem Sonntagsschuss in den Winkel des Düsseldorfer Tores in der 54. sowie einem Alleingang in der 56. Minute sorgte der Mannheimer Angreifer im Alleingang für die Vorentscheidung. Justin Bostrom verkürzte in der 58. Minute noch einmal auf 4:5, doch gelang es der Düsseldorfer EG nicht, irgendwie doch noch den Ausgleich zu erzielen. Dabei ermöglichten die Gäste durch zwei unnötige Strafen sogar noch für eine doppelte Überzahl, die die DEG allerdings nicht nutzen konnte.
Bei acht ungenutzten Überzahlsituationen merkt man, wo es derzeit bei der DEG besonders hakt. Die Ausfälle von Paris und Zanetti, sowie der Leistungsabfall von Thomas Gödtel sind im Powerplay nicht zu kompensieren, wodurch dort zu viele Möglichkeiten liegen gelassen werden. Auch wenn in einem Spiel gegen die finanziell enorm besser ausgestatteten Mannheimer wohl niemand einen Punktgewinn eingeplant hat, wäre dieser auf Grund der ersten beiden Drittel für die dezimierten „jungen Wilden“ verdient gewesen. Am Freitag tritt die Düsseldorfer EG bei den Hannover Scorpions (Spielbeginn: 19:30 Uhr) an, die sich gerade mit dem deutschen NHL-Torwart Thomas Greiss verstärkt haben. Das obwohl die Niedersachsen mit Dmitri Pätzold über eine starken deutschen Torhüter verfügen, der in dieser Saison bisher stark aufgetreten ist. Über eine ebenso starke Defensive verfügen die Straubing Tigers, die der Gegner im Heimspiel am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 18 Uhr, ISS Dome) sein werden. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit Stürmer Tyler Beechey, der nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn bereits sieben Treffer in 13 Spielen erzielen konnte.
