DEG stellt „Finanzkonzept“ vor

Unter dem Motto „PowerPlay 13/14“ präsentierte die Düsseldorfer EG am Dienstag erste Teile des Finanzkonzepts für die kommende DEL-Saison. Unter anderem werden Die Toten Hosen ein Benefizkonzert im ISS Dome spielen. Dennoch bleibt die DEG-Zukunft ungewiss.

Campino (Foto: Poiseon Bild & Text)

Campino (Foto: Poiseon Bild & Text)

Ende März verkündete DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp die Rettung der Düsseldorfer EG: „Wir spielen die Saison 2013/14! Nach den Osterferien wir alle Details dieser zukunftsorientierten Unterstützung nennen.“ Doch Neuigkeiten blieben nach den Osterferien aus. Das DEG-Fanlager teilte sich derweil in zwei Lager: Die, die den DEG-Verantwortlichen Vertrauen schenkten und sich geduldeten und diejenigen, die die Vorgehensweise der Geschäftsführung als „Verzögerungstaktik“ ansahen, da auch weiterhin keine ausreichende Zahl an Sponsoren gefunden wurden. Anfang Juni forderten die ersten DEG-Anhänger nun öffentlich, dass die DEG Klartext sprechen soll.

Am heutigen Dienstag kam die Düsseldorfer EG dieser Aufforderung endlich nach. Die Mahner unter den DEG-Fans sollten allerdings recht behalten.  Einmal mehr scheint der rot-gelben Geschäftsführung ein potenzieller Sponsor abgesprungen zu sein. Es heißt, das ausländische Unternehmen hätte über zwei Jahre einen siebenstelligen Betrag zur Verfügung stellen wollen und dafür bereits Ende Februar einen Vertrag über zwei Jahre unterzeichnet. Veränderte Rahmenbedingungen auf Seiten des Unternehmens, ließen den Vertrag allerdings platzen. Neben der Sponsorensuche schlägt die DEG nun einen parallelen Weg der Vermarktung ein. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) unterstützt dieses Vorgehen.

Die Toten Hosen rocken für die DEG

Ein Teil dieser Vermarktungsstrategie wird ein Benefizkonzert der Toten Hosen sein, dessen Einnahmen komplett an die Rot-Gelben gehen. Hierfür wird der ISS Dome mietfrei zur Verfügung gestellt. Ein genauer Termin steht bisher nicht fest, angepeilt wird der Spätsommer. Dauerkarteninhaber, Mitglieder und Helfer sollen vorrangig berücksichtigt werden.

„Wir werden in dieser Stadt seit anderthalb Jahren von einer unglaublichen Euphorie getragen und dürfen jetzt sogar zwei Mal in der ausverkauften Arena spielen. Wir sind dankbar für diesen Erfolg und wollen Düsseldorf etwas zurückgeben. Deshalb werden wir auch den Weg, den die DEG in der vergangenen Saison eingeschlagen hat, gerne weiter unterstützen und stehen voll dahinter. Uns ist es aber wichtig, auch andere Institutionen bei dieser Mission zur Rettung der DEG mit einzubinden“, kommentierte DTH-Sänger Campino. Nach der Unterstützung der Toten Hosen durch die „Alles-aus-Liebe-Trikots“ im vergangenen Jahr, kann man Campino & Co. als DEG-Fan wohl gar nicht genug für ihre Treue danken.

Ein weiterer Teil der Vermarktung stellt eine Kooperation der Rheinischen Post Verlagsgesellschaft, dem Giradet-Verlag (Westdeutsche Zeitung) und dem Express dar, die gemeinsam als Partner der Düsseldorfer EG auftreten und exklusive Mediapakete zusammengestellt haben. Je Paket handelt es sich dabei um 15 ganzseitige Werbeformate (je fünf pro Zeitung).

Kersten Köhler, Geschäftsführer Westdeutsche Zeitung / Express: „Wir wollen der DEG weitere Türen im gesamten hiesigen Wirtschaftsraum öffnen und damit weiteren Anschub für eine langfristige Konsolidierung des Clubs geben. Wir laden alle Unternehmen ein, ebenfalls Teil des „PowerPlay 13/14“ zu werden!“ Interessierte Unternehmen erhalten zudem weitere Leistungen (Eintrittskarten, Logopräsenz im ISS Dome) von der DEG. Trotz aller Bemühungen bleibt die Frage, wie die nahe Zukunft der DEG aussieht.

Scheinbar wird erneut eine Saison improvisiert, falls dem rechtzeitig eingereichten Lizenzantrag stattgegeben wird. Der Kader ist nach den Abgängen der Leistungsträger Calle Ridderwall (HC Lev Prag) und Travis Turnbull (ERC Ingolstadt) sowie den erfahrenen Verteidigern Marian Bazany (Karriereende), Thomas Gödtel (Iserlohn Roosters) und Alex Henry (kein neuer Vertrag) und den Verpflichtungen von Stürmer Ken Andre Olimb (BIK Karlskoga), Torhüter Stefan Ridderwall (IK Oskarkamn)und den Jugendspielern Dominik Daxlberger (Star Bulls Rosenheim), Corey Mapes (Heilbronner Falken), Jari Neugebauer, Maik Klingsporn und Eric Stephan (alle eigene Jugend) vom Papier her deutlich schwächer als im Vorjahr. Ein weiteres Jahr abgeschlagen im Tabellenkeller wird, auch mit einer leidenschaftlich spielenden Jungtruppe, im zweiten Jahr deutlich schwerer zu vermarkten sein.´

Informationspolitik der DEG verärgert Fans

Hinzu kommt, dass sich die Verantwortlichen der Düsseldorfer EG mit der aktuellen Informationspolitik keinen Gefallen tun. Neben den ausbleibenden Informationen nach den Osterferien sickerten Informationen durch, dass die DEG für die Oberliga gemeldet habe. Erst nach einem Aufschrei in Presse und sozialen Medien informierte die Geschäftsführung, dass es sich um eine Routinemaßnahme handele: „Dieser Schritt unseres Nachwuchs-Vereins erfolgte – wie im Vorjahr – routinemäßig und vorsorglich. Er wurde entsprechend mit uns abgestimmt. Die Oberliga-Meldung kann jederzeit zurückgezogen werden. Wir arbeiten weiter an der Umsetzung unseres Finanzkonzeptes und gehen mit aller Kraft unsere Zukunft an: in der DEL!“

DEG Fans fordern Klartext

Foto: fremdschnackseln.de

Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Düsseldorfer EG ihr „Finanzkonzept“ noch deutlich ausweiten können, damit aus der „Rot-Gelben Nacht“ inklusive Benefizkonzert der Toten Hosen keine Abschiedsfeier vor dem Gang in die Oberliga wird.